Alle Artikel mit dem Schlagwort “Entwurf

Architekturlehre, realitätsfern

von Kirsten Melles
Redaktion: Martin Peschken
06.11.2020

In der Lehre werden alle zu Stararchitekten. Tagtäglich werden imposante Bauten an den spannendsten Orten der Welt geplant, es ist kein lästiges Budget zu beachten, niemand fragt nach, wie nachhaltig die verwendeten Materialien sind oder wo sie herkommen, und solange die Konstruktion eine gewisse Standfestigkeit suggeriert, „passt das schon“. Wenn zu Gunsten der Ästhetik einmal die Funktionalität ein wenig leidet, ist das nicht weiter schlimm, Hauptsache die Pläne und Modelle sind schön anzusehen. Währenddessen steht unsere Welt vor realen Problemen… [weiterlesen]

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Material, displaced

Wenn in Dubai ein Hochhaus aus dem Wüstensand wächst, wird eine Malediven-Insel kleiner. Und zwar nicht erst durch den Anstieg des Meeresspiegels infolge der allgemeinen Aufheizung der Atmosphäre: Der hier vorkommende Sand hat die perfekten Eigenschaften für die Herstellung von Beton. Würde man das Hochhaus auf den Malediven bauen, würde die Insel trotzdem kleiner, wenn wiederum auch deutlich >0 m.ü.NN. [weiterlesen]

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Lehm, Image

Derzeit entstehen erstaunliche Materialien, die Möglichkeiten scheinen grenzenlos: „Intelligente“ Werkstoffe, deren chemische Struktur je nach Bedarf verändert und angepasst wird. Wir haben erkannt, dass die Baubranche einen erheblichen Anteil der globalen CO2-Emission verursacht und suchen nach nachhaltigen Lösungen durch technologischen Fortschritt. Dabei entstehen Gläser, die auf Knopfdruck von transparent auf matt schalten, Stähle, die sich selbst reparieren und Kunststoffe, die sich nach der Sonne ausrichten. In diese Reihe will der Lehm, ein Material, dessen Eigenschaften das Resultat seiner zwar variablen, aber in der Natur schon so vorkommenden Zusammensetzung ist, so gar nicht passen. Lehm ist derart lowtech, und nicht nur eines der ältesten Baumaterialien, sondern schon in der Bibel der Formstoff des Ur-Designers, dass ihm ein sehr konträres Image anhaftet: nämlich einerseits überholt und unzeitgemäß zu sein und andererseits gerade seiner Archaik wegen geschätzt zu werden. [weiterlesen]

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